Ab Juli werden die Nächte wieder länger und der Sternenhimmel ist schon mehr als vier Stunden zu sehen. Im Juli zieht die gesamte Nacht die Milchstraße von Ost nach West. Der Nachthimmel wird von den Sommer-Sternbildern beherrscht.
Am Monatsanfang sind noch die letzten Frühlings-Sternbilder zu sehen. Vor dem Ende der Nacht erscheinen schon die ersten Herbst-Sternbilder im Osten.
Zu Beginn des Monats endet die Dämmerung um 23.30 Uhr und am Ende des Monats um 22.30 Uhr. Am Monatsanfang ist die Nacht um 3.30 Uhr vorüber, während am Monatsende die Nacht um 4.15 Uhr endet. Während dieser Zeit ist es dunkel genug, um den Nachthimmel zu genießen.
Zu Beginn des Monats ist um 23.30 Uhr im Westen noch das Sternbild Löwe zu erkennen. Der Löwe ist das markanteste Frühjahrs-Sternbild.
Rund um das Sternbild bietet sich ein Blick auf das Universum außerhalb unserer Galaxis. Hier sind im Teleskop sehr viele weit entfernte Galaxien zu sehen.
Über dem Sternbild Löwe befindet sich das Sternbild Kleiner Löwe. Das Sternbild wurde erst Ende des 17. Jahrhunderts eingeführt.
Die fünf Sterne des Sternbildes sind nicht allzu weit von uns entfernt. Der Stern Praecipua ist ein Riesenstern in einer Entfernung von etwa 95 Lichtjahren.
Über dem Kleinen Löwen ist dann das Sternbild der Großen Bärin zu sehen, die die Sternenanordnung des "Großen Wagens" enthält. Sie gehört zu den Sternbildern, die im Norden die gesamte Nacht in der Nähe des Polarsterns ausfindig gemacht werden können.
Der "Polarstern" ist ein Mehrfach-Sternensystem, das zum Sternbild Kleiner Bär gehört, bei uns besser bekannt als der "Kleine Wagen". Der Polarstern steht immer an der gleichen Stelle am Nachthimmel.
Rund um das Sternbild Kleiner Bär sind dem Uhrzeigersinn folgend die Sternbilder Drache, Kepheus, Kassiopeia und Giraffe die ganze Nacht auszumachen. Aus unserer Sicht drehen sich die Sternbilder langsam um den Polarstern.
Das Sternbild Drache ist ein großes und ausgedehntes Sternbild, dass das Sternbild des Kleinen Bären umschließt. Es steht zu Beginn der Nacht im Mittelpunkt des nördlichen Sternenhimmels.
Gegenüber davon, auf der anderen Seite des Polarsterns, steht ganz im Norden das Sternbild Giraffe. Dieser Bereich ist eine sehr dunkle Region am Nachthimmel, der aber einige sehr weit entfernte Riesensterne beherbergt.
Neben dem Drachen und der Giraffe erscheint ein Teil der Milchstraße, die zu Beginn der Nacht von Nord nach Süd verläuft. Dort sind drei Sternbilder mit Personen aus der griechischen Mythologie beheimatet.
Es beginnt ganz im Norden mit dem Sternbild Perseus, von dem zu Beginn der Nacht ein Teil zu sehen ist. Im Sternbild Perseus sind viele Riesensterne und Überriesen zu beobachten.
Diese Sterne sind die größten Sterne. Da Überriesen nur eine geringe Lebenserwartung besitzen, gibt es in unserer Galaxis bei geschätzten 200 Milliarden Sternen nur etwa 20 Millionen davon.
Darunter erscheint dann das Sternbild Kassiopeia, die zukünftige Schwiegermutter des Perseus. Das Sternbild ist aufgrund seiner markanten Struktur auch als das "Himmels-W" bekannt.
Das Sternbild ist sicherlich am einfachsten am Nachthimmel zu finden. Zu Beginn der Nacht steht das Sternbild von uns aus gesehen auf dem Kopf und sieht daher wie der Buchstabe M aus.
Daran schließt sich dann das Sternbild Kepheus an. König Kepheus ist der Gatte von Kassiopeia. Die beiden Sterne Beta und Delta Cephei sind die Namensgeber von Sternen, die ihre Helligkeit regelmässig verändern.
Zu Beginn der Nacht stehen im Westen noch die Frühlings-Sternbilder im Mittelpunkt des Sternenhimmels. Östlich neben dem Sternbild Löwe sind im Norden die Jagdhunde zu sehen.
Unterhalb der Jagdhunde steht das nicht sehr helle Sternbild Haar der Berenike. In diesem Sternbild ist der Kugelsternhaufen M53 zu sehen. Er ist rund 58.000 Lichtjahre von uns entfernt.
Auch im Sternbild Haar der Berenike sind zahlreiche Galaxien zu sehen.
Östlich neben dem Sternbild Haar der Berenike steht das markante Sternbild Bootes. Der erste Stern im Frühjahr und Sommer, der sich am Nachthimmel zeigt, ist der Stern Arktur im Sternbild Bootes.
Er ist mit 36,7 Lichtjahren Entfernung der nächst gelegene Riesenstern. Ein Teil des Sternbildes sieht aus wie die Drachen, die im Herbst im Wind flattern.
Neben dem Sternbild Bootes liegt als Halbkreis das Sternbild Nördliche Krone. Die funkelnden Lichter sind zum größten Teil Doppel- und Mehrfach-Sternensysteme.
Einige davon stehen so nahe beieinander, dass sie auch im Teleskop nicht getrennt zu sehen sind.
Unterhalb der Sternbilder Bootes und Haar der Berenike liegt das Sternbild Jungfrau. Im Westen der Jungfrau sind sehr viele Galaxien zu sehen, u. a. auch der Virgo-Haufen.
Wer das Universum außerhalb unserer Galaxis in seiner ganzen Schönheit sehen will, ist bei den Frühlings-Sternbildern gut aufgehoben.
Nach dem Sternbild Jungfrau erscheint das Sternbild Waage. Zwischen den Sternbildern Jungfrau und Skorpion fällt es nicht auf, da es keine bei uns sehr hellen Sterne enthält.
Vor rund 4.000 Jahren bei den Sumerern stand die Waage für die Tagundnachtgleiche. Sie stellte auch die Waage der Steuereintreiber dar.
Vom Sternbild Skorpion sind in unseren Breiten nur die Scheren und der Riesenstern Antares zu sehen.
Im Mittelpunkt des Nachthimmels stehen zum einen die Sommer-Sternbilder Schlange und Schlangenträger.
Durch die griechische Mythologie sind diese beiden Sternbilder miteinander verbunden, wobei das Sternbild Schlange vom Schlangenträger in zwei Teile getrennt wird.
Die beiden Sternbilder bestehen zum größten Teil aus Riesensternen und Mehrfach-Sternensystemen.
Über dem Sternbild Schlangenträger steht das Sternbild Herkules. Der Mittelpunkt des Sternbildes ist ein Viereck, das den Asterismus "Keystone" bildet.
Von diesem Viereck entfernen sich dann die einzelnen Sternenreihen als Arme und Beine des Herkules. Auch er besteht aus vielen Mehrfach-Sternensystem, sowie dem großen Kugelsternhaufen M13.
Die Hauptattraktion des Nachthimmels bildet die Milchstraße. Sie zieht im Laufe der Nacht von Ost nach West.
Leider ist die gesamte Pracht der Milchstraße nur am dunklen Landhimmel zu genießen, da in der Stadt die nächtliche Beleuchtung diesen Teil unserer Galaxis unsichtbar macht. Ab 2.00 Uhr morgens steht die Milchstraße im Mittelpunkt des Nachthimmel.
Der Schütze steht tief im Süden der Milchstraße. In seinen hellsten Sternen kann auch ein Teekessel erkannt werden. Das Sternbild Schütze hat viele Sternhaufen und Sternennebel.
Im Schützen liegt auch das Zentrum unserer Galaxis. Es ist aber vor unseren Augen durch viele Dunkelnebel verborgen.
Oberhalb des Schützen folgt dann das Sternbild Schild. Es ist ein kleines und nicht sehr auffälliges Sternbild, doch auch im Schild gibt es einiges zu entdecken, wie Sternhaufen oder Sternennebel.
Über dem Schützen steht das Sternbild Adler. Der Adler ist ein großes Sternbild innerhalb der Milchstraße. Drei helle Sterne in einer Linie stellen den Kopf des Adlers dar.
Wie beim Schützen und beim Schild enthält der Adler eine Reihe von Sternhaufen und Planetarischen Nebel.
Die beiden Sternbilder Pfeil und Fuchs stehen oberhalb des Adlers. Es sind sehr kleine Sternbilder. Die Sternbilder bestehen aus Riesensternen und Doppelsternen.
Rechts oberhalb der beiden Sternbilder Pfeil und Fuchs ist dann das Sternbild Leier zu sehen. Es befindet am westlichen Rand der Milchstraße.
Die Leier ist ein sehr markantes Sternbild, daß aus einem Parallelogramm besteht. In diesem befindet sich auch der bekannte Ringnebel M57.
Darüber, am linken Rand der Milchstraße, befindet sich das Sternbild Delphin, daß ebenfalls eine kleine aber einprägsame Figur darstellt. Die Sterne des Sternbildes bestehen größenteils aus Doppelsternsystemen.
Zwischen dem Delphin und der Leier steht das Sternbild Schwan. Am dunklen Nachthimmel ist das Kreuz zu erkennen, daß aus den Flügeln und dem Körper des Schwans besteht.
Über dem Schwan in Richtung Norden schlängelt sich quer durch die Milchstraße die Eidechse. Die Eidechse ist eines dunkelsten Sternbilder, da es kaum helle Sterne beinhaltet.
Darüber erscheinen dann die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia und Perseus. Nach den Sommer-Sternbildern und der Milchstraße zeigen sich dann vor dem Morgen die ersten Herbst-Sternbilder.
Ganz im Süden steht das Sternbild Steinbock . Es ist ein sehr lichtschwaches Sternbild neben dem Schützen. Der Steinbock besteht aus vielen Doppel- und Mehrfach-Sternensystemen.
Neben dem Steinbock steht das Sternbild Südlicher Fisch. Es ist ebenfalls ein sehr lichtschwaches Sternbild, dessen hellster Stern Fomalhaut mit einigen spektakulären Entdeckungen aufwartet.
Oberhalb des Südlichen Fischs und des Steinbocks ist das große Sternbild Wassermann zu sehen.
Die beiden Sterne Alpha und Beta Aquarii befinden sich in der sogenannten "Hertzsprung-Lücke", eine selten zu beobachtende Entwicklungsphase eines Sterns.
Zwischen Wassermann, dem Sternbild Pegasus und Delphin liegt das Sternbild Füllen. Es ist eines der unfälligsten Sternbilder, da die Sterne nicht allzu hell sind.
Doch die einzelnen Sterne und Sternensysteme haben noch nicht alle ihre Geheimnisse offenbart.
Am frühen Morgen kommen dann von Osten die Sternbilder Pegasus und Andromeda. Vier Sterne des Sternbildes Pegasus bilden das Herbst-Viereck.
An das Sternbild Pegasus schließt direkt das Sternbild Andromeda an.
In den Sternenkarten sind im Regelfall nur vier Sterne des Sternbildes Andromeda verzeichnet. Dadurch ist das Sternbild leichter aufzufinden. Es besteht jedoch aus 16 Sternen.
Im Sternbild Andromeda befindet sich auch die Andromeda-Galaxis.
Diese ist etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und wird in etwa 4,5 Milliarden Jahren den ersten Kontakt zu unserer Heimatgalaxie herstellen.
Am Ende eines über mehrere Milliarden Jahre andauernden Prozesses verschmelzen die beiden Galalxien dann zu einer.
Unterhalb des Sternbildes Andromeda stehen die beiden kleinen Sternbilder Dreieck und Widder.
Im Sternbild Dreieck befindet sich auch die Dreiecks-Galaxie. Sie ist nach der Andromeda-Galaxie die nächstgelegene Galaxie.
Unter den beiden kleinen Sternbildern und dem Sternbild Pegasus befindet sich das Sternbild Fische. Es ist ein sehr großes aber lichtschwaches Sternbild mit vielen spektroskopischen Doppelsternsystemen.
Vor Beginn der Dämmerung schiebt sich das Sternbild Walfisch von Osten an den Morgenhimmel. Cetus, das Sternbild Walfisch, beginnt auf der rechten Seite des Sternbildes Fische und endet unterhalb davon.
Es ist kein sehr helles aber doch ein sehr großes Sternbild. Im Walfisch ist der Stern Mira zu finden, der einer ganzen Sternenklasse seinen Namen gegeben hat.
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