Nach den kurzen Nächten im Juni und Juli zeigt sich der Sternenhimmel im August schon merklich länger. Im August zieht in der gesamten Nacht die Milchstraße von Ost nach West.
Dabei dreht sich die Milchstrasse. Während sie zu Beginn der Nacht noch von Nord nach Süd verläuft, steht sie vor Beginn der Dämmerung von Ost nach West quer am Himmel.
Der Nachthimmel wird von den Sommer-Sternbildern beherrscht. Am Monatsanfang sind noch die letzten Frühlings-Sternbilder zu sehen. Um Mitternacht erscheinen dann die ersten Herbst-Sternbilder im Osten.
Zu Beginn des Monats endet die Dämmerung um 22.30 Uhr und am Ende des Monats um 21.30 Uhr. Am Monatsanfang ist die Nacht um 4.15 Uhr vorüber während am Monatsende die Nacht eine Stunde später um 5.15 Uhr endet. In dieser Zeit ist es dunkel genug, um den Nachthimmel zu genießen.
Zu Beginn des Monats ist im Nordwesten noch das Sternbild Kleiner Löwe auszumachen. Es ist nicht allzu hell und wurde erst Ende des 17. Jahrhunderts eingeführt.
Die fünf Sterne des Sternbildes befinden sich astronomisch gesehen in unserer unmittelbaren Nähe. Der Stern Praecipua ist ein Riesenstern in einer Entfernung von etwa 95 Lichtjahren.
Neben dem Kleinen Löwen ist dann das Sternbild der Großen Bärin zu sehen, die die Sternenanordnung des "Großen Wagens" enthält. Sie gehört zu den Sternbildern, die im Norden die gesamte Nacht in der Nähe des Polarsterns ausfindig gemacht werden können.
Der "Polarstern" ist ein Mehrfach-Sternensystem, das zum Sternbild Kleiner Bär gehört, bei uns besser bekannt als der "Kleine Wagen". Der Polarstern steht immer an der gleichen Stelle am Nachthimmel.
Rund um das Sternbild Kleiner Bär sind dem Uhrzeigersinn folgend die Sternbilder Drache, Kepheus, Kassiopeia und Giraffe die ganze Nacht auszumachen. Aus unserer Sicht drehen sich die Sternbilder langsam um den Polarstern.
Das Sternbild Drache ist ein großes und ausgedehntes Sternbild, dass das Sternbild des Kleinen Bären umschließt.
Es steht nach Einbruch der Dunkelheit im Mittelpunkt des nördlichen Sternenhimmels und wird dann im Laufe der Nacht vom Sternbild Kepheus abgelöst.
Gegenüber davon, auf der anderen Seite des Polarsterns, steht ganz im Norden das Sternbild Giraffe. Dieser Bereich ist eine sehr dunkle Region am Nachthimmel, der aber einige sehr weit entfernte Riesensterne beherbergt.
Über der Giraffe und der Großen Bärin steht das Sternbild Luchs.
Neben dem Drachen und der Giraffe erscheint ein Teil der Milchstraße, die zu Beginn der Nacht von Nord nach Süd verläuft. Dort sind drei Sternbilder mit Personen aus der griechischen Mythologie beheimatet.
Um diese Uhrzeit ist im nördlichsten Teil der Milchstraße das Sternbild Perseus zu sehen. Im Sternbild Perseus sind viele Riesensterne und Überriesen zu beobachten. Diese Sterne sind die größten Sterne.
Da Überriesen nur eine geringe Lebenserwartung besitzen, gibt es in unserer Galaxis bei geschätzten 200 Milliarden Sternen nur etwa 20 Millionen davon.
Darunter erscheint dann das Sternbild Kassiopeia, die zukünftige Schwiegermutter des Perseus.
Das Sternbild ist aufgrund seiner markanten Struktur auch als das "Himmels-W" bekannt. Das Sternbild ist sicherlich am einfachsten am Nachthimmel zu finden.
Daran schließt sich dann das Sternbild Kepheus an. König Kepheus ist der Gatte von Kassiopeia.
Die beiden Sterne Beta und Delta Cephei sind die Namensgeber von Sternen, die ihre Helligkeit regelmässig verändern.
Zu Beginn der Nacht sind noch die letzten die Frühlings-Sternbilder im Westen zu erkennen. Am Westlichsten steht das nicht sehr helle Sternbild Haar der Berenike.
In diesem Sternbild ist der Kugelsternhaufen M53 zu sehen. Er ist rund 58.000 Lichtjahre von uns entfernt. Auch im Sternbild Haar der Berenike gibt es zahlreiche Galaxien zu entdecken.
Östlich neben dem Sternbild Haar der Berenike steht das markante Sternbild Bootes.
Der erste Stern im Frühjahr und Sommer, der sich am Nachthimmel zeigt, ist der Stern Arktur im Sternbild Bootes. Er ist mit 36,7 Lichtjahren Entfernung der nächst gelegene Riesenstern.
Ein Teil des Sternbildes sieht aus wie die Drachen, die im Herbst im Wind flattern.
Neben dem Sternbild Bootes liegt als Halbkreis das Sternbild Nördliche Krone. Die funkelnden Lichter sind zum größten Teil Doppel- und Mehrfach-Sternensysteme.
Einige davon stehen so nahe beieinander, daß sie auch im Teleskop nicht getrennt zu sehen sind.
Unterhalb der Sternbilder Bootes und Haar der Berenike sind noch die letzten Ausläufer des Sternbildes Jungfrau zu sehen.
Im Westen der Jungfrau sind im Frühjahr sehr viele Galaxien zu sehen, u. a. auch der Virgo-Haufen. Wer das Universum außerhalb unserer Galaxis in seiner ganzen Schönheit sehen will, ist bei den Frühlings-Sternbildern gut aufgehoben.
Nach dem Sternbild Jungfrau erscheint noch ein Teil des Sternbildes Waage. Zwischen den Sternbildern Jungfrau und Skorpion fällt es es erst auf den zweiten Blick auf, da es keine bei uns sehr hellen Sterne enthält.
Vor rund 4.000 Jahren bei den Sumerern stand die Waage für die Tagundnachtgleiche. Sie stellte auch die Waage der Steuereintreiber dar.
Vom Sternbild Skorpion sind in unseren Breiten nur die Scheren und der Riesenstern Antares zu sehen.
Um die Zeit vor Mitternacht stehen die Sommer-Sternbilder Schlange und Schlangenträger im Mittelpunkt des Nachthimmels.
Durch die griechische Mythologie sind diese beiden Sternbilder miteinander verbunden, wobei das Sternbild Schlange vom Schlangenträger in zwei Teile getrennt wird.
Die beiden Sternbilder bestehen zum größten Teil aus Riesensternen und Mehrfach-Sternensystemen.
Über dem Sternbild Schlangenträger steht das Sternbild Herkules.
Der Mittelpunkt des Sternbildes ist ein Viereck, das den Asterismus "Keystone" bildet. Von diesem Viereck entfernen sich dann die einzelnen Sternenreihen als Arme und Beine des Herkules.
Auch er besteht aus vielen Mehrfach-Sternensystem, sowie dem großen Kugelsternhaufen M13.
Die Hauptattraktion des Nachthimmels bildet die Milchstraße. Zu Beginn der Nacht verläuft sie noch von Nord nach Süd.
Leider ist die gesamte Pracht der Milchstraße nur am dunklen Landhimmel zu genießen, da in der Stadt die nächtliche Beleuchtung diesen Teil unserer Galaxis unsichtbar macht.
Der Schütze steht tief im Süden der Milchstraße. In seinen hellsten Sternen kann auch ein Teekessel erkannt werden.
Das Sternbild Schütze hat viele Sternhaufen und Sternennebel. Im Schützen liegt auch das Zentrum unserer Galaxis. Es ist aber vor unseren Augen durch viele Dunkelnebel verborgen.
Oberhalb des Schützen folgt dann das Sternbild Schild. Es ist ein kleines und nicht sehr auffälliges Sternbild, doch auch im Schild gibt es einiges zu entdecken, wie Sternhaufen oder Sternennebel.
Über dem Schützen steht das Sternbild Adler. Der Adler ist ein großes Sternbild innerhalb der Milchstraße. Drei helle Sterne in einer Linie stellen den Kopf des Adlers dar.
Wie beim Schützen und beim Schild enthält der Adler eine Reihe von Sternhaufen und Planetarischen Nebeln.
Die beiden Sternbilder Pfeil und Fuchs stehen oberhalb des Adlers. Es sind sehr kleine Sternbilder. Die Sternbilder bestehen aus Riesensternen und Doppelsternen.
Rechts oberhalb der beiden Sternbilder Pfeil und Fuchs ist dann das Sternbild Leier zu sehen. Es befindet am westlichen Rand der Milchstraße.
Die Leier ist ein sehr markantes Sternbild, daß aus einem Parallelogramm besteht. In diesem befindet sich auch der bekannte Ringnebel M57.
Darüber, am linken Rand der Milchstraße, befindet sich das Sternbild Delphin, daß ebenfalls eine kleine aber einprägsame Figur darstellt.
Die Sterne des Sternbildes bestehen größenteils aus Doppelsternsystemen.
Zwischen dem Delphin und der Leier steht das Sternbild Schwan. Am dunklen Nachthimmel ist das Kreuz zu erkennen, daß aus den Flügeln und dem Körper des Schwans besteht.
Über dem Schwan in Richtung Norden schlängelt sich quer durch die Milchstraße die Eidechse. Die Eidechse ist eines der dunkelsten Sternbilder, da es kaum helle Sterne beinhaltet.
Darüber erscheinen dann die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia und Perseus.
Nach den Sommersternbildern und der Milchstraße kommen dann nach Mitternacht von Osten die ersten Herbst-Sternbilder. Die Milchstrasse verläuft nun von Nordwest nach Südost.
Ab 1.00 Uhr stehen dann die Herbst-Sternbilder im Mittelpunkt des Nachthimmels.
Im Süden steht das Sternbild Steinbock. Es ist ein sehr lichtschwaches Sternbild neben dem Schützen. Der Steinbock besteht aus vielen Doppel- und Mehrfach-Sternensystemen.
Neben dem Steinbock steht das Sternbild Südlicher Fisch. Es ist ebenfalls ein sehr lichtschwaches Sternbild, dessen hellster Stern Fomalhaut mit einigen spektakulären Entdeckungen aufwartet.
Ab 2.00 Uhr haben dann die Herbst-Sternbilder den Nachthimmel besetzt und stehen im Mittelpunkt des Sternenhimmels.
Oberhalb des Südlichen Fischs und des Steinbocks ist das große Sternbild Wassermann zu sehen.
Die beiden Sterne Alpha und Beta Aquarii befinden sich in der sogenannten "Hertzsprung-Lücke", eine selten zu beobachtende Entwicklungsphase eines Sterns.
Zwischen Wassermann, dem Sternbild Pegasus und Delphin liegt das Sternbild Füllen. Es ist eines der unauffälligsten Sternbilder, da die Sterne nicht allzu hell sind.
Doch die einzelnen Sterne und Sternensysteme haben noch nicht alle ihre Geheimnisse offenbart.
Oberhalb des Wassermanns stehen dann die Sternbilder Pegasus und Andromeda unübersehbar am Himmel. Vier Sterne des Sternbildes Pegasus bilden das Herbst-Viereck.
An das Sternbild Pegasus schliesst direkt das Sternbild Andromeda an.
In den Sternenkarten sind im Regelfall nur vier Sterne des Sternbildes Andromeda verzeichnet. Dadurch ist das Sternbild leichter aufzufinden. Es besteht jedoch aus 16 Sternen.
Im Sternbild Andromeda befindet sich auch die Andromeda-Galaxis. Diese ist etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und wird in etwa 4,5 Milliarden Jahren den ersten Kontakt zu unserer Heimatgalaxie herstellen.
Am Ende eines über mehrere Milliarden Jahre andauernden Prozesses verschmelzen die beiden Galalxien dann zu einer.
Das Sternbild besteht aus vielen Doppelsternsystemen, die auch im Teleskop nur als ein Stern sichtbar sind.
Unterhalb des Sternbildes Andromeda stehen die beiden kleinen Sternbilder Dreieck und Widder.
Im Sternbild Dreieck befindet sich auch die Dreiecks-Galaxie. Sie ist nach der Andromeda-Galaxie die nächstgelegene Galaxie.
Unter den beiden kleinen Sternbildern und dem Sternbild Pegasus befindet sich das Sternbild Fische. Es ist ein sehr großes aber lichtschwaches Sternbild mit vielen spektroskopischen Doppelsternsystemen.
Am Monatsende schiebt sich vor Beginn der Dämmerung das Sternbild Walfisch von Osten an den Morgenhimmel. Cetus, das Sternbild Walfisch, beginnt auf der rechten Seite des Sternbildes Fische und endet unterhalb davon.
Es ist kein sehr helles aber doch ein sehr großes Sternbild. Im Walfisch ist der Stern Mira zu finden, der einer ganzen Sternenklasse seinen Namen gegeben hat.
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